Männer-Gesang-Verein 1881 e.V. Gau-Algesheim

Die Titel 15, 17, 29, 57 und 59 sind als Hörprobe verfügbar!
Inhalt:
1.
Vinum schenkt ein
3.
Rheinweinlied
5.
Leben, Dir trinke ich zu
7.
Herbstlied
9.
Der Wein erfreut des Menschen Herz
11. Mit Freunden beim Weine
13. Trinklied: So lang man nüchtern
ist
17.
Instrumentales Zwischenspiel 1.1
19. Instrumentales Zwischenspiel 1.2
21. Instrumentales Zwischenspiel 1.3
23. Es wollt ein Frau zum Weine gahn
25. Wir sitzen so fröhlich beisammen
27. Fröhlichkeit und leichtes Leben
31. Gesellen, stimmet mit mir ein
33. Weinlied: Komm, Frau Wirtin
35. In der Schenke
37. Trink mir mit Deinen Augen zu
39. Serbisches Trinklied
41. Instrumentales Zwischenspiel 2.1
43. Instrumentales Zwischenspiel 2.1
45. Instrumentales Zwischenspiel 3.1
47. Showtime mit Crescendo
Gospel,
Swing & Oldies
49 Blue Skies, 51 Moon River, 53 New York;
55 Amen; 57 Rhytm of Life
Humoristisches Quodlibet
Die CD kann zum Preis von 10,00 Euro bei uns bestellt werden.
Die Erläuterungen zu den Weinen sind in einem Textheft mit abgedruckt.
Hier ein Auszug:
3.
Weinprobe:
Die wenigsten Lieder, bei denen es um den
Wein geht, fordern zum maßlosen Saufen auf. Und wenn, dann nur für eine gute
Sache, wie z. B. in dem Stück „In der Schenke“ im 2. Teil; hier soll laut
Text durch das Trinken die Liebste geehrt werden, logischer Weise je lieber,
desto mehr. In den meisten Texten wird aber deutlich darauf hingewiesen, daß
der Weingenuß und die positiven Wirkungen des Weines ausschließlich bei maßvollem
trinken zur Geltung kommen. Sei es beim am Anfang schon erwähnten Trinklied
nach dem Gedicht von Goethe, oder beim Weinlied von Robert Pappert, wo es unter
anderem heißt: „Aus dem Wein mit Maß genossen echte Lebensfreude sprießt“.
Die Gesetze der Natur gelten unumstößlich auch beim Wein. So sagte bereits
Paracelsus: „Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift, allein die Dosis
macht, daß ein Ding kein Gift ist.“ Und die moderne Version dieser alten
Weisheit, die Arndt-Schulzsche Regel, besagt: „Kleine Reize fachen die Lebenstätigkeiten
an, mittelstarke fördern sie, starke Reize hemmen sie und stärkste zerstören
sie.“ Auf den Wein bezogen hat der Weinkenner und Schriftsteller Karl
Christoffel das so ausgedrückt: „Mit Maßen trink den Rebensaft, und Du
gewinnst des Weines Kraft. Doch gibst Du Dich dem Unmaß hin, verlierst Du Deine
Kraft an ihn.“ . In Maßen genossen hat Wein immer eine positive
gesundheitliche Wirkung, was heute auch von fast keinem Mediziner mehr
bestritten wird. Wenn eines Tages die Nachwelt Statistiken über den
Rekordumsatz an Arzneimitteln in den Kliniken unserer Zeit liest, wird sie auch
den Kopf darüber schütteln, welch ungeheure Mengen an
Beruhigungsmitteln, Antibiotika, Hormonen, Vitaminpillen, Abführmitteln,
Kreislaufmedikamenten und vielen anderen Substanzen kranken Menschen zugemutet
werden. Unvermittelt erinnerte ich mich da an ein Gedicht:
Mit
Recht nennt, wer es nimmt genau,
der
Heilkunst Vorzeit trüb und grau.
Es
gab noch keine IG-Farben,
die
Menschen wurden krank und starben.
Sie
sterben heute noch, mitunter,
doch
erstens später, zweitens bunter.
Zum
nächsten Wein, einem 1997er Gau-Algesheimer Goldberg Riesling Qualitätswein
vom Weingut St. Quirinushof Quirin Ewen. Dieser Wein besticht in der Nase durch
Düfte von Apfel, Pfirsich und Grapefuit. Die feine Frische der
Kohlensäure, gepaart mit der Weinsäure des Rieslings sind hier ein
wahrhaft Körper und Geist belebender Genuß. Wunderbar eingebunden in die noch
vorhandene Fruchtsüße kann man bei diesem Wein gut nachvollziehen, warum der
Riesling auch oft als Königin der Rebsorten bezeichnet wird. Sehr zum Wohl!
Bevor wir nun zum letzten Wein des heutigen Nachmittages kommen, ein paar Worte zu dem Humoristischen Ouodlibet, welches uns danach erwartet. Hierbei werden textierte Melodien mit überwiegend scherzhaftem Charakter aneinandergereiht, der durch die Textzusammenstellung noch hervorgehoben wird. Wie beim Wein ist also auch hier das Ganze mehr als die bloße Summe seiner Einzelteile. Man muß sich aber auch, um die Pointen zu verstehen, intensiv mit einem solchen Stück beschäftigen. Wenn man damit nur als Hintergrundmusik berieselt wird, mag man es ja ganz nett finden, aber das künstlerische Ganze erschließt sich nur beim intensiven Zuhören. Parallelen von Wein und Musik gibt es im an die Sinne gekoppelten Rezeptionsprozeß. Sowohl akkustische Klangkörper als auch Geschmackstöne beim Wein entstehen im Zusammenwirken mehrerer Elemente. Unsrer Sinnesorgane dienen als Vermittlungsinstanzen. Richtig verstehen kann Wein und Musik aber nur der durch Erfahrung geschulte Geist. Man kann sich Musik einfach nur so anhören, und man kann ein Glas Wein einfach nur austrinken, und ich will nicht sagen, daß daran irgend etwas verwerflich ist. Dieselbe Musik und derselbe Wein kann aber demselben Konsumenten gleich mehr Freude bereiten, wenn er oder sie bereit ist, sich mit allen Sinnen zu konzentrieren und sich darauf einzulassen. In diesem Sinne wollen wir uns jetzt auf den letzten Wein konzentrieren, einen 1997er Gau-Algesheimer Goldberg Scheurebe Spätlese vom Weingut Hans Pfeiffer. Auch dieser Wein läßt uns schon beim ersten Hineinriechen ins Glas erahnen, daß uns Großes bevorsteht. Auch hier wieder Düfte nach Johannisbeere aber auch nach Mango und Honig. Der relativ hohen Restsüße steht eine kräftige Säure gegenüber, was dem Wein seine Harmonie gibt. Genau wie man in der Musik bei der musikalisch sinnvoll geordneten Zusammenfügung aufeinander bezogener Töne von Harmonie spricht, kann auch ein Wein nur dann harmonisch schmecken, wenn Zucker, Säure und Alkoholgehalt im richtigen Verhältnis zueinander stehen. In diesem Sinn darf ich Ihnen noch viel Freude am heutigen Nachmittag und bei Ihren nächsten Gläsern Wein wünschen. Sehr zum Wohl.
Texte von Andreas Hattemer, Weingut Kronenhof